Trauerfall melden
01.12.2017
Nachruf auf Karl Mittermayr von Thomas Fellhofer, OÖNachrichten

"Asante sana, lieber Karl"

Wärmepumpen-Pionier und Entwicklungshelfer Karl Mittermayr verstarb im 78. Lebensjahr.

Er ging hinaus in die Welt, um zu helfen. Entsprechend groß war die Anteilnahme, als Karl Mittermayr am Friedhof in Arnreit zur letzten Ruhe geleitet wurde. Der bekannte und beliebte Elektrotechniker und frühere Entwicklungshelfer verstarb im 78. Lebensjahr. Neben der Familie und der Firma hat Karl Mittermayr einen großen Teil seines Herzens Afrika gewidmet.

Als Leiter der Katholischen Landjugend St. Peter am Wimberg traf er den Landesjugendseelsorger und späteren Kurienbischof Alois Wagner, welcher einen Entwicklungshelfer für die Diözese Karema in Tansania suchte. Nach kurzer Rücksprache mit Freundin Erna ließ sie ihren Karl drei Jahre nach Afrika gehen. Am 2. September 1964 reiste er nach Matai in Tansania. Überall galt es nun anzupacken. Ein Großprojekt war der Bau der Kathedrale in Sumbawanga unter Bischof Karolo Msakila. Der Mühlviertler leitete den Bau.

Es war zu Weihnacht 1964, als Karl mit seinen Begleitern die Feier zum Heiligen Abend verbreitete und er ein Christbäumchen im afrikanischen Busch suchen sollte; und er dann ein kleines Kind fernab des Dorfes fand. Er trug das verirrte und lange gesuchte Kind heim und bereitete so dem gesamten Dorf Matai ein Weihnachtsgeschenk. Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit kehrte Karl Mittermayr 1967 heim.

Erna und Karl wurden ein glückliches Paar und hatten viel Freude mit den Kindern Daniel, Dominik, Simone und Klemens und mit der gegründeten Elektrofirma für Wärmepumpen. "Karl konnte Afrika nie vergessen. Ein Teil des Herzens war allezeit dort", schreibt Erwin Chalupar in seinem Nachruf. Die afrikanischen Freunde Gaspar, Laurenz und Doris haben Karl Mittermayer noch im Krankenhaus besucht und seine Augen haben vor Freude gestrahlt. Ein letztes "asante sana", vielen Dank konnte er noch hören, dann hat er Abschied genommen.