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12.09.2017
Nachruf auf Albert Hofmann (1942) von Bert Brandstetter, OÖNachrichten

Albert Hofmann: Er gab anderen Kraft

"Fragen wir den Hofmann." Das war ein Satz, oft gesprochen in letzter Not, der im Mühlviertel und weit darüber hinaus verbreitet war.

Der "Hofmann", das war der pensionierte Sandler Oberförster und begeisterte Feuerwehrmann, dem nahezu übersinnliche Kräfte bei so gut wie allen Leiden zugesprochen wurden.

Wasseradern waren überhaupt sein Metier. Mit traumwandlerischer Sicherheit spürte er sie bereits in den Bauplänen auf, die ihm in seinem Haus vorgelegt wurden. Aber auch Heilungen aller möglicher Art wurden ihm zugesprochen, wobei Hofmann manche von ihnen sogar bereits am Telefon stillen konnte.

Ein weiteres Charakteristikum des äußerst geselligen Sandler Gurus war seine sprichwörtliche Bescheidenheit. Eine Flasche Wein verschmähte er aus Dankbarkeit seiner zufriedenen Kunden aber nie. "So vielen Menschen hat er helfen können, vielleicht hat er doch zu viel Kraft für die anderen aufgewendet", sagte mir eine Lehrerin, die demnächst wieder beim Hofmann in Sandl vorbeischauen wollte.

Mit 75 Jahren ist er jetzt nach kurzer, aber schwerer Krankheit gestorben.

Zurück bleiben seine Frau Ludmilla und die beiden Kinder. Seine Tochter Elisabeth ist Lehrerin, Sohn Klemens seit einem Jahrzehnt Pfarrer von Neumarkt.

Das Begräbnis ist am kommenden Freitag, 15. September, in Sandl.