Aktive und passive Sterbehile in Österreich

Behüteter Engel by Jürgen Tesch / Lizenz: CC BY / Flickr.com

Grundlegendes

Nach österreichischem Recht wird traditionell zwischen aktiver und passiver, direkter und indirekter Sterbehilfe unterschieden. Diese Begriffe sind allerdings nicht mehr zeitgemäß. Der Vorgang einer Therapiezieländerung mit einer Priorisierung palliativer Maßnahmen wird jedenfalls mit diesen juristischen Begriffen nur unzureichend abgebildet und ungerechtfertigt negativ vorbelastet.

Die Bioethik-Kommission des österreichischen Bundeskanzleramtes empfiehlt daher, die bisher verwendete Terminologie von aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe aufzugeben und die folgenden Begriffe einzuführen:

Sterbebegleitung: Unter den Begriff der Sterbebegleitung fallen Maßnahmen zur Pflege, Betreuung und Behandlung von Symptomen von Sterbenden. Dazu gehören die körperliche Pflege, das Stillen von Bedürfnissen wie Hunger- und Durstgefühlen, das Mindern von Übelkeit, Angst und Atemnot, aber auch menschliche Zuwendung und Beistand. Für die Durchführung dieser Maßnahmen ist die Einwilligung des Patienten notwendig.

Therapie am Lebensende: Zu Therapien am Lebensende zählen alle medizinischen Maßnahmen, einschließlich palliativmedizinischer Maßnahmen, die in der letzten Phase des Lebens erfolgen, mit dem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern, das Leben zu verlängern oder Leiden zu mildern.

Sterben zulassen: Eine unter kurativer Therapiezielsetzung als lebensverlängernd bezeichnete medizinische Maßnahme kann unterlassen werden, wenn der Verlauf der Krankheit eine weitere Behandlung nicht sinnvoll macht und / oder der Sterbeprozess dadurch verlängert wird. Das trifft auch auf den Fall zu, in dem der Patient die Behandlung nicht mehr autorisiert. Dennoch ist Begleitung und Unterstützung des Patienten immer erforderlich, sofern der Patient es wünscht.

Grundsätzlich sollten von diesen oben angeführten Behandlungssituationen die Mitwirkung am Selbstmord sowie die Tötung auf Verlangen, die gemäß der geltenden österreichischen Rechtslage strafbare Handlungen sind, unterschieden werden. Mitwirkung am Selbstmord liegt vor, wenn jemand einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten, oder ihm dazu Hilfe leistet. Tötung auf Verlangen, wenn jemand einen anderen auf dessen ernstliches und eindringliches Verlangen tötet.

Aktive Sterbehilfe in Österreich

Nach österreichischem Recht ist aktive Sterbehilfe verboten. Das bedeutet, dass niemand das Leben eines unheilbar Kranken durch irgendwelche Maßnahmen von außen beenden darf. Auch Dienste, die Kranken dabei helfen, ihr Leben selbst zu beenden, werden in Österreich per Gesetz bestraft. Das gilt auch für die Beihilfe zur Selbsttötung.

Wünscht ein unheilbar kranker Patient allerdings den Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen, die sein unzumutbares Leiden lediglich verlängern würden, gilt das Abschalten von Maschinen oder das Weglassen von Medikamenten als passive Sterbehilfe. Das ist in Österreich erlaubt.

Passive Sterbehilfe in Österreich

Sterben zulassen: Eine unter kurativer Therapiezielsetzung als lebensverlängernd bezeichnete medizinische Maßnahme kann unterlassen werden, wenn der Verlauf der Krankheit eine weitere Behandlung nicht sinnvoll macht und/oder der Sterbeprozess dadurch verlängert wird. Das trifft auch auf den Fall zu, in dem der Patient die Behandlung nicht mehr autorisiert. Dennoch ist Begleitung und Unterstützung des Patienten immer erforderlich, sofern der Patient es wünscht.

Patienten besitzen in Österreich weitgehende Rechte, darunter auch das Recht, jede Behandlung zu verweigern, sogar wenn sie medizinisch gesehen notwendig wäre. Dieses Recht beinhaltet nicht nur den Verzicht auf mögliche Maßnahmen, sondern auch das Abschalten bzw. Beenden von bereits eingeleiteten Maßnahmen. Für den Fall, dass sich Menschen nicht mehr klar ausdrücken können oder nicht mehr urteils- und einsichtsfähig sind, etwa wie bei einem Demenzleiden, ist das Vorliegen einer beachtlichen oder verbindlichen Patientenverfügung in diesen Fällen sehr hilfreich.

Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien

Seit Anfang 2002 erlauben die Niederlande aktive Sterbehilfe. Ärzte dürfen dort einem unheilbar Erkrankten eine Spritze mit tödlicher Wirkung verabreichen. Allerdings sind die Auflagen äußerst streng. So muss der Patient beispielsweise im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein und die aktive Sterbehilfe ausdrücklich wünschen. Ein Kontrollausschuss muss das Ansinnen sorgfältig prüfen und zustimmen. Ein ähnliches Gesetz existiert inzwischen auch in Belgien und in Luxemburg.

Sterbehilfe in der Schweiz

Die Schweiz ist auf zahlreichen Gebieten der Gesetzgebung sehr liberal. So auch in Sachen Sterbehilfe. Der Staat erlaubt zwar die aktive Sterbehilfe nicht ausdrücklich, stellt aber die Beihilfe zur Selbsttötung nicht unter Strafe, sofern dem Helfer keine selbstsüchtigen Beweggründe unterstellt werden können. Beispielsweise darf ein Arzt ein tödliches Medikament beschaffen, das sich der unheilbar kranke Patient dann selbst verabreichen muss.

Ein besonderer Dank für die Informationen und Mühen gilt Mag. Anna Pissarek vom Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen in Wien.

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