Eine Gedenkstätte für Sternenkinder

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Die Idee für die Gedenkstätte entstand in der Fraueninitiative Gramastetten rund um Petra Burger. Für die Gestaltung bat man die Pädagogin und Künstlerin Ulli Matscheko um ihre Idee. Die Pädagogin setzte schon mehrere „Kunst am Bau“-Projekte um. Und sie ist selbst Betroffene.

„Ich war erst in der achten Schwangerschaftswoche. Aber der Verlust dieses Kindes war die Hölle für mich. Ich dachte, ich möchte nie wieder schwanger werden, da ich diesen Schmerz kein zweites Mal überlebe“, so die Gramastettnerin, die damals schon Mutter eines Kindes war. Der Schmerz wurde weniger und Matscheko wieder schwanger. Das Kind kam gesund zur Welt und wenig später folgte Baby Nummer drei. „Zuerst dachte ich, mein zweites Kind hat einfach noch einen Anlauf gebraucht. Aber irgendwann wurde mir bewusst: Ein Kind nimmt nicht den Platz eines anderen ein. Ich bin Mutter von vier Kindern, nicht von drei.“

„Wohin mit der Trauer?“

Die Erinnerung an das „verlorene“ Kind ist fast 20 Jahre später immer noch da. „Für mich war es daher auch ein Geschenk, diese Gedenkstätte planen zu dürfen“, sagt die Pädagogin. Denn was ihr damals besonders fehlte, war ein Ort, an dem sie um dieses Kind trauern konnte: „Damals gab es ja auch kein Gespräch. Ich wusste nicht, wo ich meine Trauer hintragen soll. Umso mehr bedeutet es mir jetzt, diesen Ort gestalten zu dürfen.“

Bei den Recherchen zum Thema Gedenkstätten sah sich Matscheko auch auf dem Linzer Barbara-Friedhof um und vertiefte sich in die Bibliothek von Clemens Frauscher, dem dortigen Verwalter. „Dabei stieß ich auf den Begriff Schmetterlingskinder für tot geborene Kinder. Ein beeindruckendes Symbol, mit dem ich weitergearbeitet habe“, sagt die Künstlerin. Sie fand einen Schmetterling, der Tod und Trauer im Namen trägt – den Trauermantel – und ließ von ihm dreidimensionale Ultraschallbilder anfertigen: „Denn ein Ultraschallbild ist auch das erste Lebenszeichen eines Kindes.“ Diese Scans bestehen aus verschiedenen Bildern, die nun nebeneinander gelegt die drei Glasplatten zieren werden. „Jeder sieht darin etwas anderes. So wie für jeden Schmerz und Trauer etwas Individuelles sind“, erklärt Matscheko ihre Überlegungen.

Schüler sammeln Gedenksteine

Als Lehrerin an der Neuen Mittelschule Gramastetten hat sie auch mit ihren Schülern das Thema Trauer aufgegriffen. Und die Schüler sollen an der Gestaltung der Gedenkstätte mitarbeiten: „In der Mitte werden Kieselsteine aus der Rodl liegen, die von Schülern gesammelt wurden. Jede Betroffene kann sich dann ihren persönlichen Gedenkstein aussuchen und gestalten.“

Die Gedenkstätte soll zu Allerheiligen 2016 eröffnet werden, bis dahin muss vor allem die Finanzierung sichergestellt werden.

Autor: Barbara Eidenberger

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