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11.08.2017
Nachruf auf Franz Krammer (1934) von Florian Meingast, OÖNachrichten

Franz Krammer: Ein Braumeister mit Visionen

Der Seniorchef der Hofstettner Brauerei in St. Martin im Mühlkreis starb im Alter von 82 Jahren.

"Mein Vater war ein richtiger Lebemensch und hat sich nie über seine Krankheit beschwert", sagt Peter Krammer. Am vergangenen Samstag verstarb Krammers Vater, der Seniorchef der Hofstettner Brauerei in St. Martin im Mühlkreis, im Kreise seiner Familie. Franz Krammer wurde 82 Jahre alt und hinterlässt seine Ehefrau, drei Söhne und eine Tochter.

"Während der letzten zehn Jahre seines Lebens, die mein Vater mit seiner Parkinson-Erkrankung verbrachte, hat er nie gefragt, warum es genau ihn getroffen hat. Und obwohl er zum Schluss schon bettlägerig war und kaum noch sprechen konnte, ertrug er die Krankheit mit Fassung", sagt Peter Krammer, der die Brauerei im Jahr 1998 von seinem Vater übernommen hat.

Im Jahr 1971 hatte Franz Krammer, den sein Sohn als "kleinen Daniel Düsentrieb" bezeichnet, von seinem Vater die Brauerei im Mühlviertel übernommen. Es war seine Leistung, den Betrieb in den 70er und 80er Jahren ständig neu zu erfinden. In einer Zeit, in der im Mühlviertel viele Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen zusperren mussten, gelang es Krammer, die Brauerei am Leben zu erhalten, indem er immer wieder neue Biersorten entwickelte und auf den Markt brachte.

So habe sein Vater den Österreichern das "Zwickl" schmackhaft gemacht, sagt Sohn Peter. "Alles hat mit dem Kübelbier begonnen. Während der vielen Feste in der Brauerei sind die Gäste mit Krügen und Kübeln in den Keller gegangen, um frisches Bier zu holen. Es dauerte nicht lange, bis meinem Vater geraten wurde, dieses in Flaschen abzufüllen." Sein Vorhaben kam aber nicht überall gut an. "Doch er trotzte jeglicher Kritik und wie man sieht, gehört das Zwickel heute zum guten Ton in der Gastronomie", sagt Franz Krammer junior. Er ist der älteste der drei Brüder.

Wenn Franz Krammer senior gerade nicht für seine Familie sorgte oder die Brauerei führte, engagierte er sich in der Gemeinde und war leidenschaftlicher Sänger. So war er zum Beispiel Mitbegründer der Sportunion St. Martin, Ehrenkommandant der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr und Mitglied des Kirchenchores der Marktgemeinde. Für sein soziales Engagement wurde er mit dem goldenen Ehrenzeichen des Ortes ausgezeichnet.

Das heilige Requiem mit der anschließenden Beisetzung im Familiengrab findet heute, Freitag, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin im Mühlkreis statt.